Haltung und Zucht des Kapuzen-Zeisigs

von

Harry Riedel

 

Der Kapuzenzeisig (lat. Spinus cucullatus) ist 11 cm lang und lebt im Norden Venezuelas und im Nordosten Kolumbiens.

Haltung:

Da der Kapuzenzeisig ein sehr verträglicher Vogel ist, kann er außerhalb der Brutzeit mit anderen Vogelarten zusammen gehalten werden. Dazu bieten sich Zimmervolieren an, aber auch im Sommer in Freivolieren, die mit Tannen-, Kiefern- und Fichtenzweigen ausgestattet sein sollten. Von Vorteil ist ein angeschlossener Schutzraum. Aber die Haltung in Boxen ist kein Problem, nur sollten diese eine Mindestlänge con 60 cm haben. Sinnvoller sind größere Boxen.

Kapuzenzeisige sollten nicht über einen längeren Zeitraum Temperaturen unter 16°C ausgesetzt werden. Sie lieben eine helle Beleuchtung. Als Futter reiche ich ein gutes Kapuzenzeisigfutter. Zusätzlich dunkle und helle Perillasaat und täglich Chicoree. Kleine Zweige von Tanne, Fichte oder Kiefer nehmen sie gerne an.

Zucht

Haben sich Paare gefunden, werden sie, wie schon erwähnt, in Zuchtboxen gesetzt, die teilbar sind, um eventuell das Männchen heraus zu fangen, wenn es das Weibchen bei der Brut stört, oder um die Jungvögel abzusetzen. Für die Brut haben sich Kaisernester bewährt, die man von außen am Käfiggitter befestigt. Um dem brütenden Weibchen das Gefühl der Sicherheit zu geben, können die Nester mit künstlichem Grün verkleidet werden. Sind die Kapuzenzeisige im Brutstimmung, dauert es meist nicht lange , bis das Nest fertig gestellt ist. Das Weibchen baut alleine das Nest. Als Nistmaterial findet Scharpie, Sisal und Kokosfasern Verwendung. Der Nestbau wird häufig von heftigen Balzspielen unterbrochen. Feurig singend mit hängenden Flügeln und gespreiztem Schwanz verfolgt das Männchen sein Weibchen, anschließend erfolgt die Begattung. Die Gelegegröße liegt zwischen drei und sechs Eiern. Meist werden vier gelegt. Die Brutdauer beträgt 13 Tage. Nach dem Schlupf übernimmt überwiegend das Weibchen die Fütterung. Später beteiligt sich auch das Männchen.

Spätestens von nun an sollte gekeimtes Futter angeboten werden. Bei mir wurde bevorzugt gekeimte Negersaat angenommen. Andere Züchter berichten, mit gekeimten Waldvogelfutter gute Erfahrungen gemacht zu haben.

Im Alter von sieben Tagen werden die Jungvögel beringt. Sind die Jungen etwa 17 Tage alt, verlasen sie das Nest, werden aber noch zwei Wochen von den Eltern gefüttert. Danach sind sie selbständig und können abgesetzt werden.

 

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