Die Gould-Amadine - meine stille Liebe

von

Klaus Harting

Seit 1983 halte und züchte ich Prachtfinken und seit dieser Zeit befand sich auch mindestens ein Paar dieser farbenfrohen Vögel in meinem Bestand.

Die Heimat der Gould-Amadine ist Australien, seit aber im Jahre 1960 jegliche Ausfuhr verboten worden ist ,handelt es sich bei den jetzt vorhandenen Tieren ausschließlich um Nachzuchten in Menschenhand. Sie sind also nicht aus der Natur entnommen.

Gehalten werden die Gould-Amadinen bei mir in zwei beheizten Räumen im Souterrain eines Einfamilienhauses mit Tages- und Kunstlicht. Der eine Raum 4 x 4m und 2,80m hoch wird als Freiflugraum angeboten (von der Decke hängen Äste als Ruheplätze, Futternäpfe stehen auf dem Fußboden). Der Zweite, gleichgroße Raum ist mit Käfigen und Volieren bestückt . Als Futter wird ein gutes Gemisch an Trockensämereien angeboten: Exotenfutter der Firma „Wittemolen“, Kolbenhirse, Ei-Fertigfutter, Vogelkohle, Vogelgrit, Vitakalk, Kanarienfutter ohne Rübsen sowie im Trinkwasser alle 3 Tage ein wasserlösliches Vitaminpräparat der Firma Nekton. Sämtliche Futtersorten werden in Extranäpfen angeboten, so kann jederzeit festgestellt werden ,ob die einzelnen Sorten auch angenommen werden .

Die Abgabe des Vitamintrinkwassers bereite ich folgendermaßen vor : Am Abend des Vortages (kurz bevor das Hauptkunstlicht über eine Schaltuhr ausgeht und die Nachtnotlichtleuchte eingeschaltet wird) entnehme ich aus Käfigen und Volieren das Trinkwasser. Am anderen Morgen gegen 6 Uhr (das Hauptlicht ist gerade wieder angegangen )bereite ich die Vitaminlösung nach Vorschrift zu(1g pro 1/4l Wasser). Durch diese Maßnahme ist  gewährleistet, dass die Vögel ihren ersten Durst mit den vollwirksamen Vitaminen löschen . Empfehlenswert wäre diese Vitamingabe nach ca. 6 Stunden  zu entfernen und durch Trinkwasser zu ersetzen . Länger stehende Vitaminlösungen sind nicht mehr voll wirksam und können durch Verunreinigungen leicht eine Bakterienbrutstätte werden.

Von einer Fütterung von Grünpflanzen oder einer Zubereitung von Keimfutter halte ich nichts. Bei den Grünpflanzen weiß ich meist nicht ob Insektizide verwendet wurden, bei Keimfutter entsteht durch unsachgemäße Zubereitung (nicht ausreichende Wässerung und das Verwenden nicht keimfähiger Saaten führt zu Fäulnis) oft mehr Schaden als Nutzen .

Nun aber wieder zurück zu meinen Lieblingen. In der Natur gibt es drei Farbvarianten : Die schwarzköpfige ,die rotköpfige, und die gelbköpfige Gould-Amadine. Rücken und Flügel sind grün , Bürzel hellblau , Brust ist lila der Unterbauch gelb. Die Unterscheidung von Männchen und Weibchen ist beim ausgefärbten Vogel leicht. Das Männchen hat bei gleichen Farbanteilen die wesentlich kräftiger leuchtenden Farben. In letzter Zeit sind diverse Farbmutationen gezüchtet worden . So erhielt die lila leuchtende Brust ein weißes Aussehen. Es werden sogar Vögel statt mit grüner Rückenpartie in blau ,gelb ,und weiß gezogen. Ob einem dies gefällt, ist eine andere Sache, die züchterische Leistung finde ich jedenfalls beachtenswert. Die Goulds sind ruhige Vögel und vertragen sich mit anderen Prachtfinken gut .Der Gesang ist leise (nur die Männchen singen).

Da es sich bei den Gould-Amadinen um Schwarmvögel handelt, sollte zumindest ein Paar gehalten werden. Der Käfig sollte eher lang als hoch sein. Als Mindestmaß empfehle ich 1,0 m Länge,0,60 m Höhe und 0,50 m Tiefe. Je größer die Unterbringungsmöglichkeit, umso lebhafter werden die Vögel.

Der Höhepunkt jeder Tierhaltung ist meiner Meinung nach die Zucht. Haben sich die Paare aus mehreren Tieren selbst finden können so ist das Hauptproblem einer erfolgreichen Zucht schon erfüllt . Obwohl kein von mir gehaltener Vogel mehr direkt aus Australien kommt, halte ich mich mit der Zuchtsaison an die dortigen Gegebenheiten (November bis Mai ). Ich glaube zu dieser Zeit ist eine Zucht erfolgreicher . Bei ausreichender Fütterung brüten in der Zuchtanlage die Vögel das ganze Jahr über . Die Gould-Amadine ist ein Höhlenbrüter. Darum stelle ich einen Wellensittichnistkasten aus Holz erhöht im Zuchtkäfig auf . Als Nistmaterial wird  Kokosbast auf dem Käfigboden abgelegt . Sind die Vögel in Brutstimmung, so wird bereits nach Stunden  mit dem Nestbau begonnen . Die vier bis acht Eier werden 14-16 Tage bebrütet und nach ca. 22 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest . Sie werden noch etwa 24 Tage von den Eltern versorgt und sind anschließend selbstständig . Zur ausreichenden Kalkversorgung (besonders das Weibchen )wird vor und während der Zucht von mir abgebrühte, zerkleinerte Eierschale angeboten . Kunstkniffe oder Wundermittel bei der Zucht kann ich nicht nennen, da ich keine anwende . Auch bei mir kommt nicht jedes Gelege durch . Jedoch bei den vorhandenen Zuchterfolgen glaube ich, auf einem richtigen Weg zu sein .

Ich hoffe, dass dieser Bericht bei Ihnen das Interesse an den farbenfrohen Gould-Amadinen geweckt hat . Sollten auch sie die Absicht haben diese Vögel zu halten ,bedenken sie bitte , dass die Tiere täglich versorgt werden müssen (auch an Urlaubsvertretung ist zu denken). Es handelt sich auch nicht um Vögel für eine Gartenvoliere. Eine Mindesttemperatur von 18 Grad ist einzuhalten.

Für weitergehende Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung !!

Gould-Amadine (Hahn, rotköpfig)

Startseite    Artikel    Impressum